Nationalfeiertage und wichtige Volksfeste - Frühling
Der japanische Frühling ist vor allem für die Zeit der Kirsch- und der Pflaumenblüte berühmt. Die Wetterlage ist zumeist angenehm warm. Ende März, Anfang April ist die Zeit der Abschlussfeiern und Einschulungen. Im Übergang von April auf Mai findet die Golden Week, eine direkte Aneinanderreihung japanischer Feiertage, statt.
Hinamatsuri am 3. März
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Hinamatsuri
Das Hinamatsuri, das japanische Puppenfest, am 3. März.
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Das Hinamatsuri ist das japanische Puppenfest und auch unter dem Namen Momo no sekku (Pfirsichfest) bekannt, da zur selben Zeit auch die Pfirsichblüte beginnt. Bei diesem Fest handelt es sich um einen Feiertag für Mädchen, deren Glück und Wohlergehen an diesem Tag im Mittelpunkt steht.
Schon seit der Edo-Zeit wird dieses Fest jährlich am 3. März gefeiert. In traditionellen japanischen Familien mit einer Tochter ist es Brauch an diesem Tag einen mehrstufigen Schrein, der mit einem roten Tuch überzogen ist, aufzustellen.
Auf die verschiedenen Stufen dieses Schreins werden in Kimonos des Adels gekleidete Puppen, Ohinasama, von Kaiser und Kaiserin sowie deren Hofstaat aufgestellt. Auf die oberste Stufe kommt das Kaiserpaar und auf den unteren folgen drei Hofdamen, fünf Musiker und Bedienstete. Zusätzlich wird der Schrein oft noch mit Möbeln, Wagen und Pfirsichblüten geschmückt.
Allerdings dienen diese Puppen nicht nur der Dekoration. Denn ihre Aufgabe ist es Dämonen und böse Geister von den Mädchen fernzuhalten. Für diesen Festtag gibt es auch besondere Spezialitäten, wie den amazake, einen alkoholfreien weißen Reiswein, und grün, weiß und rosa gefärbte hinaarare, süße Reiskekse.
White Day am 14. März
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Da beim japanischen Valentinstag üblicherweise nur die Frauen ihren Partnern, aber auch den übrigen Männern in ihrem Umfeld, ein Geschenk in Form von Schokolade machen, hat es sich so entwickelt, dass sich die Männer am White Day revanchieren.
Der White Day ist in den 80er Jahren entstanden und wohl hauptsächlich durch die Süßwarenhersteller initiiert worden. Gewöhnlich sollten die Männer den Frauen, von denen sie einen Monat zuvor Schokolade bekommen haben, weiße Süßigkeiten wie Marshmallows oder Bonbons schenken, darum auch der Name White Day. Allerdings wird von den Frauen ein Geschenk mit dem doppelten Wert des ihren zurückerwartet.
Ohanami vom Ende März bin zum Ende April
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Sakura, die japanische Kirschblüte, in Gion-Viertel, Kyoto
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Je nach dem wie warm das Wetter im Winter war, beginnt Ende März oder spätestens Anfang April die Blütezeit der japanischen Zierkirsche. Die Kirschblüte fängt zuerst im Süden an und zieht sich dann langsam hoch bis nach Hokkaido. Schon Tage zuvor gibt es im japanischen Fernsehen ständig Prognosen über den genauen Beginn und Verlauf der Blütezeit.
Wenn es soweit ist, sind die Temperaturen schon frühlingshaft und es zieht die meisten Japaner nach draußen in Parks oder an andere schöne Plätze mit Kirschbäumen, um sich die Pracht in zartrosa anzusehen. Dieses Betrachten der Kirschblüten nennt man Ohanami. Die Blütezeit dauert nur wenige Tage an und ein starker Regenschauer kann auch schon schneller alles zunichte machen.
Zum Ohanami geht man mittags oder abends gemeinsam mit Freunden oder Arbeitskollegen. Um die Blütenpracht zu genießen wird unter den Bäumen auf blauen Plastikplanen gepicknickt und getrunken. Dazu muss aber meistens schon jemand morgens früh, einige Stunden vor dem eigentlichen Ohanami, vorgehen und einen, der oft heiß begehrten Plätze, reservieren.
Goldene Woche vom Ende April bis zum Anfang Mai
Goldene Zeiten für Angestellte: In den Zeitraum vom 29.4. bis 5.5. fallen in Japan gleich vier Nationalfeiertage, was den Japanern, wenn die Wochenenden günstig liegen, die längste freie Periode des Jahres verschafft. Viele Firmen geben etwaige Zwischentage zusätzlich frei, so dass die „Golden Week“ alljährlich eine von Japans Hauptreisezeiten ist, zumal außerdem das Wetter zuverlässig gut und noch nicht zu heiß ist. Für Japanbesucher hat die goldene Woche daher eine nicht ganz so glänzende Kehrseite: Hotelzimmer sind nur zu Hochsaisonpreisen zu haben, Sehenswürdigkeiten sind häufig überlaufen und Flüge und Unterkünfte frühzeitig ausgebucht.
Im Einzelnen besteht die Goldene Woche aus folgenden Feiertagen:
"Showa no Hi" (Showa-Tag) am 29. April
Der 29. April war der Geburtstag des Kaisers Hirohito (Showa Tenno) und daher während dessen Regierungszeit bis 1989, der Shôwa-Ära, ein Nationalfeiertag. Danach wurde der Feiertag beibehalten, und zwar als „Tag des Grüns“, da Kaiser Hirohito sehr naturverbunden war. Ab 2007 heißt der 29. April nach dem ehemaligen Kaiser „Shôwa-Tag“, und der 4. Mai wird Tag des Grüns.
"Kenpo Kinen Bi" (Tag der Verfassung) am 3. Mai
An diesem Tag trat 1947 die japanische Nachkriegsverfassung in Kraft.
"Midori no Hi" (Tag des Grüns) am 4. Mai
Bisher war der 4. Mai aus dem pragmatischen Grund ein nationaler Feiertag, um die Feiertage am 3. und 5. Mai zu verbinden. Ab 2007 erhält der Brückentag die offizielle Bezeichnung „Tag des Grüns“, und der 29. April wird zum Showa-Tag.
"Kodomo no Hi" (Tag der Kinder) am 5. Mai
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Kodomo no hi findet jährlich am 5. Mai statt und war ursprünglich unter dem Namen Tango no sekku, Knabenfest, bekannt. Dieser Feiertag war das Gegenstück zum Puppenfest für die Mädchen, das am 3. März stattfindet. Im Jahr 1848 wurde das Knabenfest zum nationalen Feiertag und in „Tag der Kinder" umbenannt. An den traditionellen Bräuchen merkt man aber noch, wer hier tatsächlich die Hauptperson ist: Familien hängen Karpfendrachen aus Stoff in den Wind, und zwar einen schwarzen Karpfen für den Vater, einen roten Karpfen für die Mutter und je ein blauen Karpfen für jeden Sohn der Familie. Zusätzlich wird zu Hause ein mehrstufiger Tisch, der mit einem grünen Tuch überzogen ist, aufgestellt. Dieser Tisch wird mit Samuraipuppen und Miniaturwaffen und –rüstungen dekoriert, damit die Jungen gesund und stark aufwachsen. Für diesen Festtag gibt es auch besondere Spezialitäten wie kashiwa-mochi, einen in ein Eichenblatt eingewickelten süßen Reiskuchen, und chimaki, eine in ein Bambusblatt gehüllte Süßigkeit.